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Die Biene - Oft gestellte Fragen

1. Was machen die Bienen im Winter?

Im Winter bilden die Bienen eine Traube. Durch ein Vibrieren mit ihren Flügeln erwärmen sie diese Traube. Im Traubeninneren herrschen konstant ca. 30°C. Die Bienen lagern ihre Futtervorräte für den Winter ein.

 

2. Wie gewinnt die Biene den Honig?

Um den Honig herzustellen, beginnt die Biene Nektar und Honigtau einzusammeln. Die Flugbiene gibt dem Nektar/Honigtau körpereigene Fermente bzw. Enzyme hinzu. Ein wichtiges Enzym ist  unter anderem die Invertase (= Saccharase). Invertase wandelt den Honig um, indem sie die Saccharose (Kristallzucker) in deren Bausteine  Fructose (Fruchtzucker) und Glucose (Traubenzucker) aufspaltet. Zusätzlich entzieht die Biene durch das Fächern der Flügel  dem Nektar und Honigtau überschüssiges Wasser. Die Bienen lagern den Honig in den Honigwaben und verschließen bzw. verdeckeln die Waben, sobald der Honig die richtige Konsistenz erreicht hat.


3. Was sind Neonicotinoide?

Neonicotinoide wie Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam sind Insektizide die unter anderen als Beizmittel bei Mais, Zuckerrüben, Getreide, Kartoffeln etc. verwendet wurden. Neonicotinoide paralysieren (lähmen) die Insekten und schädigen deren Nerven und Muskeln. Die Folge der Paralysen, Nerven- und Muskelschäden ist der Tod.

 

4. Was ist die Varroa?

Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist ein Parasit der Honigbiene. Sie wurde erstmals 1904 auf der indonesichen Insel Java entdeckt und wurde 1983 auch in Österreich bemerkt.


5. Warum ist die Varroamilbe so schädlich für das Bienenvolk?

Ein fortpflanzungswilliges Varroaweibchen nistet sich in eine Brutzelle ein, noch bevor diese verdeckelt wurde. Das Weibchen lässt sich in die Zelle einschließen und beginnt dort sich von der Larve zu ernähren indem sie die Hämolymphe, also das Blut, aussaugt.

 

6. Welche wichtige Krankheiten gibt es?

Europäische Faulbrut: Melissococcus pluton ist der Erreger der Europäischen Faulbrut. Die Europäische Faulbrut oder auch die Gutartige Faulbrut ist eine Erkrankung der Bienenbrut. Die Larve infiziert sich mit der Europäischen Faulbrut über das Futter. Normalerweise stirbt eine mit Melissococcus pluton infizierte Larve. Sie verfärbt sich bräunlich-schwarz und die Larve verwandelt sich in eine Masse, die breiig, manchmal sogar wässrig und körnig ist. Diese breiige Masse trocknet und wird dadurch zu einem glänzenden, glatten und locker sitzenden Schorf.

Amerikanische Faulbrut:  Ein größeres Problem als die Europäische Faulbrut ist in Österreich die Amerikanische oder Bösartige Faulbrut. Die bösartige Faulbrut ist eine Krankheit der Brutlarven und entsteht durch den Erreger Paenibacillus larvae. Der Erreger ist für den Menschen ungefährlich, für Bienenlarven jedoch tödlich. Anders als bei der Europäischen Faulbrut färbt sich die Masse hell- bis dunkelbraun und nicht braun bis schwarz. Zudem lässt sich die braune Masse z.B.  mit einem Zahnstocher  in Fäden ziehen und riecht nach Leim. Dies ist ein deutliches Erkennungszeichen der Amerikanischen Faulbrut. 
Der/die Imker/in ist verpflichtet, bei einem Nachweis oder auch nur einem Verdacht auf Amerikanische Faulbrut dies bei der Bezirkshauptmannschaft oder dem Magistrat zu melden.

Nosemose: Nosemose, auch unter dem Namen Schwindsucht bekannt, ist eine Darmerkrankung der Biene. Die Erkrankung kann durch zwei Erreger ausgelöst werden: Nosema apis und Nosema ceranae. Die Erreger vermehren sich in der Darmwand, bis die Epithelzelle platzt und somit zerstört ist. Somit können sich die Sporen verteilen. Sobald sich die Sporen im Körper der Biene verteilen, ist der Kot über ein Jahr lang infektiös. Erst ab einem bestimmten Krankheitsgrad erkennt man Nosemose am Volk. Zusammen mit anderen Faktoren wie Witterungsverhältnissen, Klima, Standplatz, etc. wirkt sich die Krankheit in der Leistungsfähigkeit der Bienen aus. Das bedeutet, dass der Honigertrag sinkt.


7. Woher weiß die Biene wo sie hinfliegen muss?

Wenn eine Biene eine Tracht gefunden hat, teilt sie den anderen Bienen mittels dem Schwänzeltanz bzw. Rundtanz mit, wo sie die Tracht finden werden. Bei kurzen Distanzen wird der Rundtanz verwendet und bei weiteren Strecken der Schwänzeltanz.

 

 Schwänzeltanz                                                                          Rundtanz

 
8. Warum ist die Biene das drittwichtigste Nutztier für die Nahrungsmittelproduktion? 

Die Biene bestäubt in Europa rund 85%  der Pflanzenarten.Damit sichern die Bienen die Artenvielfalt und die Erträge zahlreicher Nutzpflanzen.